Was macht einen guten Züchter aus?

7 wichtige Punkte, die für uns einen guten Züchter ausmachen:

1. Verpaarungen verantwortungsvoll planen mit dem Ziel die Rasse zu verbessern oder zumindest zu erhalten.

Dazu gehört nicht nur die eigene Hündin oder Rüden genau zu kennen mit alle Stärken und Schwächen, sondern auch den Deckpartner so gut wie irgendwie möglich. Dies erfordert zumindest eine Reise zum jeweiligen Deckpartner um sich den Hund genau in seinem Umfeld anzuschauen, bevor dieser Hund in die engere Auswahl kommt.Bei Arbeitshunden, wie dem Toller gehört hier auch dazu sich über die Fähigkeiten des Hundes ein genaues Bild zu machen.


2. Ausgiebige Recherche der Ahnentafeln (Pedigrees).

Wie sind die Hunde untereinander verwandt (Inzucht). Dies ist gerade beim Toller ein großes Thema, da momentan in vielen Ländern mehr oder weniger unkontrolliert Verpaarungen gemacht werden, die entweder von einem anderen Züchter bereits gemacht wurden, oder es wird immer wieder derselbe Deckrüde (popular sire) oder Nachkommen von diesem popular sire verwendet.Recherche um die ev. vorkommenden Krankheiten in den eigenen Linien bzw. in den Linien des Deckpartners. 


3. Persönlich um die Aufzucht der Welpen kümmern und gerade in dieser Zeit die Hunde nicht aus den Augen lassen.

Nur so kann sich der Züchter ein Bild über die Wesensmerkmale der einzelnen Welpen machen und später den Welpeninteressenten richtig beraten. Aus unserer Sicht ist dies nicht möglich, wenn man mehrere Würfe zugleich hat - diese Praxis lehnen wir kategorisch ab. 


4. Seine Welpen gut auf ihr späteres Leben vorbereiten (Sozialisierung und Habituierung der Welpen).

Dies ist ein überaus heikler Punkt da man sich hier wirklich gut auskennen muss, um weder zu wenig zu machen, noch über das Ziel hinaus zu schießen. Bei unsachgemäßer Welpensozialisierung werden oft Welpen auf Dauer in ihrem Verhalten geschädigt!


5. Seine Nachzucht kennen.

Hier kommen wir ebenfalls auf einen heiklen Punkt. Es stellt sich die Frage, wie ein Züchter überhaupt seine Nachzucht kennen kann. Er ist angewiesen auf den neuen Welpenbesitzer - sei es durch medizinische Untersuchungen auf bekannte Krankheiten mittels Gentests oder Röntgenuntersuchungen wie HD, ED, usw. bis hin zu Welpentreffen oder den tel. Kontakt um zu erfahren, wie sich der von ihm gezüchtete Hund entwickelt. Gerade wenn man eine Zucht anfängt und eine sog. Stammhündin hat, sind wir der Meinung, dass man seine Nachzucht sehr gut kennen sollte. Am Besten behält man sich zumindest einen Hund aus diesem Wurf - oder wenn es die Möglichkeit gibt (so wie wir es gemacht haben) alle!


6. Selbstbeschränkung bei Wurfanzahl und Wurfabstand der Hündin.

Nicht alles was laut Zuchtordnung „erlaubt“ ist, ist auch gut für die Hündin. Vielmehr stellt die Zuchtordnung eher das Maximum dessen dar, was lt. Tierschutzgesetz überhaupt möglich ist. Es wird gerade beim Toller nicht sinnvoll sein z.B. 4 Würfe mit derselben Hündin zu machen. Ein Wurfabstand von einem Jahr ist aus unserer Sicht ebenfalls nicht ausreichend. 


7. Information über die Rasse und deren Probleme.

Die Welpeninteressenten über die Problematik des kleinen Genpools und die damit direkt zusammenhängenden möglichen Erkrankungen (z.B. autoimmunbedingt) aufklären.


 

Aus diesen Punkten sieht man, dass es bei der Hundezucht nicht um pekuniäre Ziele gehen darf. Manchmal ist es maximal ein Kostenersatz für seine Aufwendungen. 

Machen Sie sich doch nun selbst ein Bild über die Hundezucht und seien sie kritisch:
Wie wird meistens - auch in sog. Zuchtverbänden - "gezüchtet"?

  • Wurfwiederholungen ohne die Ergebnisse der Nachzucht zu kennen. (oder kennen zu können da die Nachzucht weder das Alter dazu hat, noch untersucht ist)

  • mehrere Würfe gleichzeitig (mit mehr oder weniger guten "Ausreden" leidet jedenfalls die Betreuung und Sozialisierung der Welpen)

  • Popular sire Verpaarungen

  • die Zucht ist rein auf den Verkauf der Welpen ausgerichtet ohne züchterisches Ziel

  • jedes Jahr ein Wurf mit derselben Hündin 

All dies können sie bei sog. Vermehrern finden!
Diese Vermehrer schauen vielleicht noch auf die Gesundheit der Elterntiere od. auf die Mindeststandards in ihrem Zuchtverband, unterscheiden sich aber sonst nicht weiter von Hundehändlern aus dem "Osten".